Feste Anklam, Mitte
Decembris 1198 a. d.
A
n den Herrn Richard
von Wiesenau
entsendet Herzog
Helmbrecht von den Woelfischen Marken seyne besten Gruesse.
W
ie Wir vernommen
haben, hat sich unsere Lehnsfrau, Imelda vom Sand nach eyner angemessenen
Zeyt der Trauer um ihren verstorbenen Gatten wiederum nach eynem
tapferen und getreuen Recken umgesehen, welcher an ihrer Seyte
die Geschicke der Provinz Rothsteyg leyten moege.
W
ie Wir weyter vernommen
haben, habt Ihr der Dame Imelda vom Sand vor wenigen Tagen das
Versprechen der Ehe gegeben. Es erfuellt uns mit Freude, dass
eyn achtbarer Streyter, wie Ihr, Herr von Wiesenau, der Dame Imelda
die Hand reychen wollt.
N
un wollen auch wir
Euch mit offenen Armen empfangen und Euch antragen, der Provinz
Rothsteyg als Lehnsmann vorzustehen und dem Land und seynem Volk
zu Wohlergehen zu verhelfen. Bedenket, dass Ihr in erster Linie
dem Schutz der Menschen dient, die Euch ernaehren und dass Eure
Berechtigung aus dem Land kommt.
B
ey unserem naechsten
Treffen wollen Wir Eure Entscheydung vernehmen, doch muesst Ihr
dann nicht sofort eynen Lehnseyd ablegen. Dies soll nach angemessener
Zeyt und anlaesslich Eurer Vermaehlung mit der Dame Imelda geschehen.
Gehabet Euch wohl.
Scribit Falk von den Auen fuer
Helmbrecht von den Woelfischen
Marken, Herzog von Rabengau.